Die aktuelle Entwicklung zeigt aus unserer Sicht die grundlegenden Probleme der deutschen Energiepolitik.
Ein stabiles Stromnetz funktioniert nur dann, wenn zu jedem Zeitpunkt genau so viel Strom erzeugt wird, wie gerade benötigt wird. Früher konnten die Netzbetreiber die Stromerzeugung weitgehend bedarfsgerecht steuern. Mit der Energiewende wurde jedoch der Schwerpunkt auf Wind- und Solarenergie gelegt. Um den Ausbau möglichst schnell voranzutreiben, wurden feste Einspeisevergütungen eingeführt.
Dieses System funktionierte zunächst, solange der Anteil von Wind- und Solarstrom noch überschaubar war. Inzwischen kommt es jedoch immer häufiger vor, dass bei starkem Wind oder intensiver Sonneneinstrahlung mehr Strom erzeugt wird, als das Netz aufnehmen oder die Verbraucher nutzen können. Die Folge sind negative Strompreise, Stromexporte zu ungünstigen Konditionen und die Abregelung von Windkraft- und Photovoltaikanlagen. (Diese Anlagen sind derzeit nicht grundlastfähig, was bedeutet, es entstehen Schwankungen im Stromnetz, die dieses ins Ungleichgewicht bringen)
Besonders problematisch ist dabei, dass die Betreiber vieler Anlagen auch dann eine Vergütung erhalten, wenn ihr Strom aufgrund von Netzengpässen überhaupt nicht eingespeist werden kann. Dadurch entstehen Kosten, ohne dass ein entsprechender Nutzen für die Stromversorgung entsteht.
Auch vor Ort sind diese Entwicklungen bereits sichtbar. In Neuses-Poxstall befindet sich eine große Photovoltaikanlage, die nach unserer Kenntnis regelmäßig abgeregelt werden muss, weil die erzeugte Strommenge nicht vollständig ins Netz aufgenommen werden kann. Dennoch ist aktuell der Windpark „Lange Meile“ allein mit vier Windkraftanlagen für Ebermannstadt geplant, wofür bereits ein mittlerer sechsstelliger Betrag aus dem städtischen Haushalt aufgewendet wurde.
Daher stellt sich die berechtigte Frage, welchen zusätzlichen Nutzen weitere Anlagen bringen sollen, wenn die vorhandenen Kapazitäten schon heute zeitweise nicht genutzt werden können. Viele Kommunen rechnen verständlicherweise mit den finanziellen Einnahmen aus solchen Projekten. Doch was passiert, wenn die bisherigen Vergütungs- und Förderregelungen künftig eingeschränkt werden?
Die Bundesregierung hat inzwischen selbst erkannt, dass der weitere Ausbau wetterabhängiger Stromerzeugung allein die Probleme nicht löst. Künftig soll die Förderung stärker daran ausgerichtet werden, ob Strom tatsächlich benötigt und genutzt wird. Gleichzeitig wird zunehmend deutlich, dass Deutschland wieder mehr regelbare Erzeugungskapazitäten benötigt, die ihre Leistung flexibel an den tatsächlichen Bedarf anpassen können.
Für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung braucht es daher nicht immer mehr Erzeugungsanlagen, sondern vor allem leistungsfähige Netze, ausreichende Speicherkapazitäten und Technologien, die verlässlich und bedarfsgerecht Strom bereitstellen können. Energiepolitik muss sich an Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, technischer Machbarkeit sowie Umweltaspekten orientieren – nicht an politischen Wunschvorstellungen!
Wir, die Fraktion FDP/Bürgerforum haben seit Beginn der Planungen stetig nach einer „Wirtschaftlichkeitsberechnung“ in den Sitzungen des Stadtrates nachgefragt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurde uns jedoch noch keine aussagefähige Berechnung vorgelegt.
(Stand , Juni 2026)